Was ist UV Lack?

UV‑Lack ist eine partiell aufgetragene Lackschicht im Sieb‑ oder Digitaldruck (in der gewünschten Form), die mithilfe von UV‑Licht im UV‑Ofen sofort trocknet. Der Lack ist lösemittelfrei und die Produktion dadurch sehr schnell – mit manchen Anlagen lassen sich bis zu 1800 Druckbogen pro Stunde veredeln, also zum Beispiel 1800 Buchumschläge pro Stunde.

UV‑Spotlack kann direkt auf Offsetdrucke aufgetragen werden, wobei nur die gewünschten Bereiche (z. B. ein Buchtitel oder der Titel einer Zeitschrift) lackiert werden. Er kann aber auch auf dunklen Flächen eingesetzt und dort mitgedruckt werden. Auf dunklen Untergründen hebt sich die UV‑Lackfläche fürs Auge besonders gut ab, da sie durch den „Lupe‑ und Nass‑Effekt“ den Ton des Untergrunds an der lackierten Stelle etwas abdunkelt.

Auf weißem Untergrund ist der Effekt von UV‑Spotlack deutlich schwerer wahrzunehmen – meist sieht man ihn nur, wenn man den Druck im Licht bewegt. Daher empfehlen wir, UV‑Spotlack eher auf farbigen Flächen oder dunklen Hintergründen einzusetzen.

In der Praxis nutzt man ihn meist, um bestimmte Elemente eines Druckprodukts hervorzuheben, zum Beispiel Überschriften, Fotos oder Logos.

Klassischer UV‑Spotlack ist seit rund 35 Jahren erhältlich und wird seither sehr breit eingesetzt.

Wie in vielen auf Effekte spezialisierten Druckereien haben auch wir rund 10 verschiedene Arten von UV‑Spotlacken im Programm; vielen davon können zusätzlich Perlmutt‑Pulver oder Glitzerpartikel in verschiedensten Korngrößen und Farbtönen beigemischt werden.

Die gängigsten UV‑Spotlacke, die im Siebdruckverfahren aufgetragen werden, sind:

  • Glänzender Standardlack (bis zu 20 Mikrometer) für gestrichene Papiere oder Folien
  • Relieflack (bis zu 35 Mikrometer) für gestrichene Papiere oder Folien
  • Matter Lack, mit dem gezielt Teilbereiche einer sonst glänzenden Fläche mattiert werden, für gestrichene Papiere oder Folien
  • Lack für ungestrichene Papiere – speziell für Naturpapiere entwickelter UV‑Spotlack
  • Relieflack für ungestrichene Papiere
  • Lack mit Musterprägung für gestrichene Papiere oder Folien
  • Sandstruktur‑Lack, der sich wie eine sandige Oberfläche anfühlt, für gestrichene Papiere oder Folien
  • Lumineszierender Lack (im Dunkeln leuchtend) – muss zuvor einige Stunden im Licht „aufgeladen“ werden und leuchtet dann bis zu 8 Stunden, geeignet für gestrichene Papiere oder Folien
  • Fluoreszierender Sicherheitslack, der unter einem speziellen Prüflämpchen – etwa zur Banknoten‑Kontrolle – sichtbar wird, für gestrichene Papiere oder Folien

Digitale Drucke müssen wegen der Reaktivität ihrer Farben vor dem UV‑Lackieren mit einer Laminatschicht geschützt werden, damit der Lack im UV‑Ofen nicht mit der wieder anlösbaren Digitaldruckfarbe reagiert.

Außerdem lassen sich aufgrund der größeren Passerdifferenzen im Digitaldruck nicht alle oben genannten, siebdruckbasierten UV‑Lacklösungen nutzen (außer in Fällen, in denen das komplette Motiv vollflächig lackiert wird, z. B. wenn die gesamte Fläche mit einem Musterlack überzogen wird).

- Digitaler UV‑3D‑Lack

Um die Passerschwankungen im Digitaldruck auszugleichen, gibt es spezielle Digital‑UV‑Lack‑Maschinen (nicht alle, z. B. MGI). In MGI‑Systeme ist ein Scanner integriert, der auf jedem Druckbogen die Position des gewünschten UV‑Spotlacks automatisch korrigiert.

Solche digitalen Anlagen können meist sowohl normalen als auch reliefartigen UV‑Spotlack erzeugen, viele von ihnen auch 3D‑Lack. Das Besondere an dieser neuen Technologie ist, dass die Roboterlinie mithilfe der vom Designer erstellten Druckdatei bis zu fünf unterschiedlich hohe Lackschichten in einem Durchgang übereinander auftragen kann.

Manche Geräte – wie MGI – verfügen zusätzlich über eine Digifoil‑Sektion. Bei Bedarf können damit alle zuvor lackierten Bereiche in einem gewünschten Farbton mit Digitalfolie belegt werden. Da bei dieser Technologie der UV‑Lack als Kleber für die Folie dient, ist die Folie immer mindestens ca. 30 Mikrometer stark.

Ein weiterer Vorteil: Die Rückseite des Druckbogens bleibt glatt – im Gegensatz zur klassischen Heißfolienprägung, bei der sich die Metallprägung auf der Rückseite oft deutlich abzeichnet, was viele Kunden als störend empfinden.

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